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Wasserbürtige Krankheiten und Prävention

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Wasserbürtige Krankheiten sind Krankheiten, die von pathogenen Mikroorganismen über das Wasser übertragen werden. Die Übertragung erfolgt durch Kontakt mit Fäkalien oder beim Baden, Waschen, Trinken und bei der Lebensmittelzubereitung.

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Hintergrund zu pathogenen Mikroorganismen und der Prävention von wasserbürtigen Krankheiten

Die Krankheitslast ist ein Maß für die Auswirkungen eines Gesundheitsproblems auf der Grundlage seiner finanziellen Kosten, der Mortalität, Morbidität oder anderer Indikatoren. Das DALY (Disability-adjusted life year – behinderungsbereinigtes Lebensjahr) zählt die Anzahl der Jahre, die aufgrund von Krankheit, Behinderung oder vorzeitigem Tod verloren gehen. Schätzungsweise 3,6 % dieser Kennzahl entfallen auf durch Wasser übertragene Krankheiten, die jährlich etwa 1,5 Millionen Menschenleben fordern. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass fast 60 % dieser Belastung, d.h. etwa 840.000 Todesfälle pro Jahr, auf einen Mangel an sicherer Trinkwasserversorgung, sanitären Einrichtungen und Hygiene zurückzuführen sind. Durchfallerkrankungen sind die prominentesten Beispiele für durch Wasser übertragene Krankheiten, von denen Kinder in Entwicklungsländern dramatisch betroffen sind. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind sie für bis zu 2 Millionen Todesfälle pro Jahr verantwortlich, wobei die Mehrheit bei Kindern unter 5 Jahren auftritt.

Richtige Hygiene, die Verwendung von sauberem Wasser und Desinfektionsmitteln sind gängige Methoden der Prävention. Weitere Maßnahmen sind sichere Wasserleitungsmaterialien und -speicherung (wie unter Regenwassernutzung beschrieben) sowie die Aufklärung über hygienisches Verhalten. Eine energieeffiziente Infrastruktur und Wassersparmaßnahmen können auch die Belastung durch wasserbedingte Krankheiten verringern.

Über die Dozentin

Dr. Caroline Ajonina ist Parasitologin und Molekularbiologin am Institut für Abwasserwirtschaft und Gewässerschutz der Technischen Universität Hamburg. Sie hat mehrere Jahre Erfahrung in angewandter Wassermikrobiologie, mikrobieller Ökologie einschließlich Wechselwirkungen zwischen mikrobiellen Gemeinschaften und ihrer Umwelt. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören die Entwicklung innovativer Methoden zur Identifizierung von Krankheitserregern im Abwasser und die biologische Überwachung der Wasserqualität. Sie hat in Afrika und Deutschland im Bereich der Abwasserentsorgung im öffentlichen, privaten und gemeinnützigen Bereich gearbeitet. In ihrer aktuellen Forschung untersucht sie das stromabwärts gerichtete Überleben und die Verbreitung von Protozoen in Muscheln, die durch Abwasser verbreitet werden, mit Schwerpunkt auf den Flussverläufen von Rhein und Elbe.

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